Psychotherapie
Ashtanga Yoga und Psychotherapie
Patanjali hat den zu seiner Zeit bekannten
Yoga systematisiert und in einem acht-stufigen Pfad, dem
Ashtanga Yoga, in den Yoga-Sutras (Aphorismen), zusammen
gefasst.
Die ersten beiden Stufen
Yama und Niyama behandeln
psychologische Inhalte.
Yama spricht das ethische Bewusstsein an und zielt auf das
Gemeinwohl. Niyama beinhaltet Verhaltensregeln zur eigenen
Persönlichkeitsentwicklung. Der Umgang mit Emotionen
spielt dabei eine wesentliche Rolle. Im Yoga werden die
Gefühle beruhigt und das innere Treiben kommt zum Stillstand.
Um das zu erreichen gibt
es verschiedene Methoden. In Asien haben die Menschen auf
konsequente Disziplin gebaut und sich der Leitung eines
spirituellen Meisters anvertraut.
In Wien hat Dr. Siegmund
Freud vor mehr als 100 Jahren die Tatsache, dass aus den
Fugen geratene Gefühle Krankheiten verursachen können
zum Anlass genommen, um die Psychoanalyse zu entwickeln,
in der er die psychischen Prozesse systematisch erfasst
hat. Das Ziel in der Psychoanalyse ist, die eigenen Persönlichkeitsanteile
zu stärken, damit die Gefühle im Einklang mit
dem Wachbewusstsein sind und es zu einer Besänftigung
überschießender Gefühlsausdrücke bzw.
zu keinen emotionalen Störungen kommt.
Heute sehen wir das Zuammenwirken
von Unbewusstem und Wachbewusstsein als das Zusammenspiel
unterschiedlicher kommunizierender Informationssysteme.
Auf der kognitiven Seite steht das Zentralnervensystem mit
dem Gehirn auf der anderen Seite der Körper als psycho-biologisches
Kommunikationssystem. Dazu gehören die Psycho-Neuro-Endokrin-Immunologischen
Prozesse und das so genannte "Bauchhirn".
Weitere Kommunikationssysteme
sind derzeit in der medizinischen und psychologischen Wissenschaft
nicht bekannt. In der Yoga-Wissenschaft gehen wir von der
Existenz weiterer aus.
Das Leben erfordert ständige
Abstimmungsprozesse zwischen den unterschiedlichen Kommunikationssystemen.
Wenn das Abstimmen der Kommunikationsysteme nicht funktioniert
oder falsch funktioniert, kommt es zu Erkrankungen. Die
Psychotherapie, die ihren Ursprung in der Psychoanalyse
hat, reguliert die kommunikativen Prozesse im Menschen.
Sie hilft Störungen in den kommunikativen Abläufen
zu beseitigen und führt zu emotionaler und geistiger
Beruhigung.
Und im Yoga werden durch
das Praktizieren von Asanas (Körperpositionen), Pranayama
(Atem- und Energieregulierung), Konzentration und Meditation
die Kommunikationsprozesse im Körper geordnet und in
Fluss gebracht. Der Erfolg ist seit vielen tausenden Jahren
erprobt und bekannt. Es entsteht emotionale Ausgeglichenheit,
Klarheit im Denken und innere, geistige Ruhe.
Die Psychotherapie kann
eine bedeutende Begleiterin sein auf dem Weg der Heilung
und Persönlichkeitsentwicklung. Sie ist ein leiblich-emotional-geistiger
Prozess und lange Zeit wurde die Psychotherapie eng begrenzt
gesehen.
Heute werden von Vertreterinnen und Vertretern der Psychotherapie
zunehmend Versuche unternommen mit psychothearpeutischen
Mitteln in den spirituellen Bereich des Menschen vor zu
dringen.
Mit dem Ashtanga Yoga ist
dem Menschen für seine leibliche und spirituelle Entwicklung
ein umfassendes System mit allen notwendigen Methoden und
Techniken geschenkt worden.
Im Laufe der Zeit ändern
sich die Menschen und auch Yoginis und Yogis lernen Neues.
Der Yoga ist ein lebendiges System, das sich weiterentwickelt.
So lernen auch Yoginis und Yogis von der Psychologie und
Psychotherapie der westlichen Kultur
Yoga und Psychotherapie
sind dabei zu lernen, dass sie einander ergänzen:
Yoga hat mit Yama eine konkrete Zielvorgabe für das
menschliche Zusammenleben und mit Niyama für die eigene
Persönlichkeitsentwicklung. Jedoch sind seine Werkzeuge
für die Umsetzung der Ziele heute häufig nicht
mehr anwendbar. Die Psychotherapie hat spezielle Werkzeuge
entwickelt und kann sie zur Verfügung stellen.
Die Psychotherapie stößt
heute wie die gesamte Heilkunde an Grenzen, für die
sie keinen Übertrittsschein hat, an die spirituelle/geistige
Grundverfassung des Menschen. Hier kann der Yoga ein reiches
Repertoire an Erfahrungen, Methoden und Techniken liefern.
In beiden Systemen ist
die Angst wesentlicher Angelpunkt um den sich Erfolg und
Misserfolg im Leben drehen. Wenn die Berührungsängste
der Vertreterinnen und Vertreter des Yoga und der Psychotherapie
weiter abnehmen, steht einer tieferen Kooperation nichts
mehr im Wege.

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