Yoga Institut Vienna - Reinhard Hridaya Scholze
   

Psychotherapie

Ashtanga Yoga und Psychotherapie

Patanjali hat den zu seiner Zeit bekannten Yoga systematisiert und in einem acht-stufigen Pfad, dem Ashtanga Yoga, in den Yoga-Sutras (Aphorismen), zusammen gefasst.

Die ersten beiden Stufen Yama und Niyama behandeln psychologische Inhalte.
Yama spricht das ethische Bewusstsein an und zielt auf das Gemeinwohl. Niyama beinhaltet Verhaltensregeln zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Der Umgang mit Emotionen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Im Yoga werden die Gefühle beruhigt und das innere Treiben kommt zum Stillstand.

Um das zu erreichen gibt es verschiedene Methoden. In Asien haben die Menschen auf konsequente Disziplin gebaut und sich der Leitung eines spirituellen Meisters anvertraut.

In Wien hat Dr. Siegmund Freud vor mehr als 100 Jahren die Tatsache, dass aus den Fugen geratene Gefühle Krankheiten verursachen können zum Anlass genommen, um die Psychoanalyse zu entwickeln, in der er die psychischen Prozesse systematisch erfasst hat. Das Ziel in der Psychoanalyse ist, die eigenen Persönlichkeitsanteile zu stärken, damit die Gefühle im Einklang mit dem Wachbewusstsein sind und es zu einer Besänftigung überschießender Gefühlsausdrücke bzw. zu keinen emotionalen Störungen kommt.

Heute sehen wir das Zuammenwirken von Unbewusstem und Wachbewusstsein als das Zusammenspiel unterschiedlicher kommunizierender Informationssysteme. Auf der kognitiven Seite steht das Zentralnervensystem mit dem Gehirn auf der anderen Seite der Körper als psycho-biologisches Kommunikationssystem. Dazu gehören die Psycho-Neuro-Endokrin-Immunologischen Prozesse und das so genannte "Bauchhirn".

Weitere Kommunikationssysteme sind derzeit in der medizinischen und psychologischen Wissenschaft nicht bekannt. In der Yoga-Wissenschaft gehen wir von der Existenz weiterer aus.

Das Leben erfordert ständige Abstimmungsprozesse zwischen den unterschiedlichen Kommunikationssystemen. Wenn das Abstimmen der Kommunikationsysteme nicht funktioniert oder falsch funktioniert, kommt es zu Erkrankungen. Die Psychotherapie, die ihren Ursprung in der Psychoanalyse hat, reguliert die kommunikativen Prozesse im Menschen. Sie hilft Störungen in den kommunikativen Abläufen zu beseitigen und führt zu emotionaler und geistiger Beruhigung.

Und im Yoga werden durch das Praktizieren von Asanas (Körperpositionen), Pranayama (Atem- und Energieregulierung), Konzentration und Meditation die Kommunikationsprozesse im Körper geordnet und in Fluss gebracht. Der Erfolg ist seit vielen tausenden Jahren erprobt und bekannt. Es entsteht emotionale Ausgeglichenheit, Klarheit im Denken und innere, geistige Ruhe.

Die Psychotherapie kann eine bedeutende Begleiterin sein auf dem Weg der Heilung und Persönlichkeitsentwicklung. Sie ist ein leiblich-emotional-geistiger Prozess und lange Zeit wurde die Psychotherapie eng begrenzt gesehen.
Heute werden von Vertreterinnen und Vertretern der Psychotherapie zunehmend Versuche unternommen mit psychothearpeutischen Mitteln in den spirituellen Bereich des Menschen vor zu dringen.

Mit dem Ashtanga Yoga ist dem Menschen für seine leibliche und spirituelle Entwicklung ein umfassendes System mit allen notwendigen Methoden und Techniken geschenkt worden.

Im Laufe der Zeit ändern sich die Menschen und auch Yoginis und Yogis lernen Neues. Der Yoga ist ein lebendiges System, das sich weiterentwickelt. So lernen auch Yoginis und Yogis von der Psychologie und Psychotherapie der westlichen Kultur

Yoga und Psychotherapie sind dabei zu lernen, dass sie einander ergänzen:
Yoga hat mit Yama eine konkrete Zielvorgabe für das menschliche Zusammenleben und mit Niyama für die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Jedoch sind seine Werkzeuge für die Umsetzung der Ziele heute häufig nicht mehr anwendbar. Die Psychotherapie hat spezielle Werkzeuge entwickelt und kann sie zur Verfügung stellen.

Die Psychotherapie stößt heute wie die gesamte Heilkunde an Grenzen, für die sie keinen Übertrittsschein hat, an die spirituelle/geistige Grundverfassung des Menschen. Hier kann der Yoga ein reiches Repertoire an Erfahrungen, Methoden und Techniken liefern.

In beiden Systemen ist die Angst wesentlicher Angelpunkt um den sich Erfolg und Misserfolg im Leben drehen. Wenn die Berührungsängste der Vertreterinnen und Vertreter des Yoga und der Psychotherapie weiter abnehmen, steht einer tieferen Kooperation nichts mehr im Wege.

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