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Geschichte
Die Aphorismen oder Yoga Sutras des Weisen PATANJALI sind
eine der bedeutendsten Schriften. Die Datierung der klassischen
Yoga Sutras ist sehr strittig. Die ersten drei Bücher
entstanden wahrscheinlich im 2. Jahrhundert v. Chr. Ob das
vierte Buch der Yoga Sutras aus dem 5. Jahrhundert n. Chr.
entstammt ist noch nicht endgültig geklärt. Auf
jeden Fall enthält es Material, das sich auf das spätere
buddhistische Denken zu beziehen scheint.
Die Yoga Sutras des Patanjali mit ihrem alten Kommentar
(dem Yoga-Bhashya, vom legendären Weisen und Dichter
VYASA, dem auch die Mahabharata zugeschrieben wird) zählt
zu den erstaunlichsten Prosa-Werken der gesamten Weltliteratur.
Über Patanjali wissen wir wenig und das Überlieferte
ist legendenhaft. Westliche Gelehrte haben ihn ins 2. Jahrhundert
v. Chr. verwiesen, aber das System, das er begründet
haben soll, bestand sicher schon Jahrhunderte vor dieser
Zeit. (H. Zimmer, Philosophie und Religion Indiens).
Anerkennend und bewundernd nehmen wir zur Kenntnis, dass
das System des klassischen oder Ashtanga Yogas lange vor
Patanjali existiert hat. Dennoch werden wir ihm weiterhin
eine (zieh-) väterliche Rolle bezüglich der Yoga
Sutras zukommen lassen. Denn seine Worte sind so klar und
unverfälscht (bezogen auf die ersten drei Bücher),
dass sie noch heute fesselnd und inspirierend wie eh und
je wirken.
Es sind 196 Aphorismen, die Patanjali in den Yoga Sutras
wie Perlen auf einer Kette aneinander gereiht hat. Jedes
Wort ist prägnant und präzise und alle Sutras
zusammen stellen den Reichtum an Weisheit und die Quintessenz
menschlicher Erfahrung dar.
Wer den Inhalt dieser Botschaft erfasst und lebt, geht den
Weg der Verwandlung zu einem höchst kultivierten und
zivilisierten Wesen, selten und kostbar durch die in ihm
verwirklichte Menschenwürde.
(B.K.S. Iyengar, Der Urquell des Yoga)

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